Infrastruktur und Politik

Mit verschiedenen Mitmachaktionen für Firmen, Schulen und Städte und der Schulung von aktuellen und zukünftigen Verkehrsteilnehmer*innen will Pro Velo die Nutzung des Velos fördern. Diese Aktivitäten finanzieren sich durch Teilnahme-Gebühren und werden von diversen Bundesämtern, Stiftungen und Sponsoren unterstützt.

Politik

Veloweggesetz auf der Zielgeraden

Nachdem beide Räte das Veloweggesetz behandelt haben, bestehen Ende 2021 nur noch kleine Differenzen. Damit befindet sich das Gesetz auf der Zielgeraden und sollte spätestens 2023 in Kraft treten können. Die wichtigsten Elemente der Vorlage sind die Planungspflicht, die Planungs- und Umsetzungsfristen, die Planungsgrundsätze und die Ersatzpflicht. Damit haben die Kantone und Gemeinden klare Vorgaben, um ein quantitativ und qualitativ gutes und sicheres Netz für das Velo zu planen. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass das Parlament das Verbandsbeschwerderecht aus dem Gesetz gestrichen hat.

Das Verkehrsrecht soll velofreundlicher werden

Seit der Aufnahme des Veloartikels in die Bundesverfassung anno 2018 ist der Druck auf den Bund gestiegen, das Verkehrsrecht velofreundlicher zu gestalten. Zu diesem Zweck hat Pro Velo dem Bund eine umfangreiche Liste mit Massnahmen übermittelt. In einem Bericht hat der Bundesrat zudem die Absicht formuliert, die Flächen für den Veloverkehr und die sogenannte Mikromobilität zu erweitern und sicherer zu machen. Konkret hat er aber erst einmal Bestimmungen verschärft: Elektrovelos müssen ab April 2022 mit Licht am Tag fahren und signalisierte Höchstgeschwindigkeiten einhalten.  

Auch künftig ohne Helm möglich: Fahren auf langsamen Elektrovelos (Bild: Stadt Thun)

Infrastuktur

Delphine Klopfenstein Broggini (Vize-Präsidentin Pro Velo Schweiz) übergibt Linus Looser (Leiter Produktion Personenverkehr der SBB) die Unterschriften.

Petition für eine bessere Kombination zwischen Zug und Velo

Am 21. März 2021 hat die SBB in allen Intercity-Zügen eine kostenpflichtige Reservationspflicht für den Velo-Selbstverlad eingeführt. Pro Velo Schweiz hat, zusammen mit dem VCS und 12 anderen Verbänden, gegen diesen Entscheid eine Petition lanciert. Die darin formulierten Anforderungen an die SBB, keine zusätzlichen Kosten zu generieren, genügend Veloabstellplätze in den Zügen anzubieten und die Reservationspflicht aufzuheben, wurden von über 54'000 Personen unterzeichnet und am 6. September beim SBB-Hauptsitz in Wankdorf übergeben. Gleichzeitig stand Pro Velo Schweiz regelmässig mit der SBB und dem Bund im Austausch. Die Reservationspflicht wurde auf die Wochenenden begrenzt und die Anzahl Veloabstellplätze leicht erhöht. Die SBB hat sich zudem dazu verpflichtet, die Velotransport-Möglichkeiten zu verbessern.

Forum für kombinierte Mobilität

Die Foren Bikesharing und Velostationen nahmen ihre Rolle als Informationsplattform über ihre Websites, elektronischen Newsletter, Infobriefe, persönliche Auskünfte und bei Treffen, z.B. mit den "MOMODU-Gemeinden", wahr. Am jährlichen Informationstag in Thun wurden Neuheiten wie die App Yumuv vorgestellt, gute Bikesharing-Systeme, wie in Thun, besichtigt und vorgestellt, die Relevanz von Cargo-Bikes im Bikesharing-Angebot diskutiert und Studien und Konzepte vorgestellt.

Rund 90 Fachleute nahmen, trotz Maskenpflicht, am Infotreffen vom 3. September teil.